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Etwas Herbes liegt in der Luft. Nicht aufdringlich, sondern angenehm frisch. So, wie man es sich für ein Kosmetikprodukt vorstellt, das aus natürlichen Bestandteilen hergestellt wird. Vor einer Stunde hat die Schicht beim Naturkosmetik-Hersteller Speick in Leinfelden begonnen. In Edelstahl-Bottichen, die an riesige Teigschüsseln erinnern, wird Creme hergestellt. Ein Stockwerk höher wird ein Deo-Stick nach dem anderen befüllt, etikettiert und zum Abkühlen in einen überdimensionalen Kühlschrank geschoben. „Die Besonderheit an unseren Deo-Sticks ist, dass die Masse heiß in die Hülsen gefüllt wird“, erklärt Valentin Teuffel. Der 36-Jährige leitet die Firma in vierter Generation an der Seite seines Vaters, Wikhart Teuffel. Immer auf der Suche nach Innovationen, hat die Firma Speick kürzlich einen Deo-Stick zum Wiederbefüllen auf den Markt gebracht. „Das spart 97 Prozent Plastikmüll“, sagt Teuffel. Der Clou: Der Kunde erhält die Deomasse im ungeformten Zustand, erwärmt sie und füllt sie anschließend in die vorhandene Hülse. Deckel drauf, kopfüber in den Kühlschrank – nach nur einer Stunde hält man den „selbst gemachten“ Deo-Stick in Händen. „So sehen die Kunden, wie unser Stick entsteht und wir leisten einen Beitrag zur Nachhaltigkeit.“
Namensgeberin des Familienunternehmens ist die hochalpine Speick-Pflanze, die in Kärnten auf 1800 Höhenmetern von Hand geerntet und exklusiv in Speick-Produkten verwendet wird. Der Klassiker seit 95 Jahren - so alt ist das Unternehmen ist die Speick-Seife. Damals legte Walter Rau, ein begeisterter Anthroposoph, den Grundstein für das Produkt, das weltweit einzigartig ist. „Das hat uns durch manche Krise gerettet“, weiß Ur-Enkel Valentin Teuffel. Im hauseigenen Labor werden Rezepturen kreiert, die in 140 Gesichts- und Körperpflegeprodukten des Unternehmens verwendet werden. Die Speick-Pflanze wird als Ganzes geerntet und getrocknet. Die ätherischen Öle verstecken sich vor allem in der Wurzel. Dem Speick-Extrakt werden später Inhalts- und Duftstoffe beigemengt. Grundlage für die Speick-Seife ist eine Kernseife, hergestellt nach hauseigener Ur-Rezeptur. Bis 2002 wurde sie im Werk in Möhringen gefertigt. Hohe Hygieneauflagen machten es effizienter, die Seifenpellets zuzukaufen, erklärt Teuffel, der seit fünf Jahren im Familienunternehmen ist. Über eine Ansauganlage gelangen die Seifenspäne zur Produktionsstraße. Dort wird eine rote flüssige Masse zugesetzt, in der sich die Parfüm- und Pflegestoffe befinden. Sie machen aus der Kernseife die Speick-Seife. Vor 95 Jahren war das revolutionär: Eine Seife - bis dato zum Wäschewaschen eingesetzt - wurde genutzt, um ätherische Öle und pflanzliche Stoffe auf die Haut zu bringen.
An der Produktionslinie in Leinfelden bearbeitet nun eine Art Fleischwolf die Seifenmasse. Späne, orange wie Karottenschalen, fallen heraus. Sie werden fein gehäckselt und gepresst. Auf einem Förderband fahren Stangen heran, werden gekürzt und erhalten in einer Stanzmaschine ihre endgültige Form. 160 orangefarbene, duftende Seifen samt „Speick“-Aufdruck fertigt die Maschine pro Minute. Eine Mitarbeiterin nimmt immer wieder ein Stück in die Hand und kontrolliert die Beschaffenheit. Was nicht der Norm entspricht, fällt - wie die Stanzabfälle - auf ein Förderband und durchläuft den Prozess erneut: erwärmen, formen, stanzen. „Wir arbeiten ohne Ausschuss“, erklärt der Firmenchef.


Knapp 10 000 Speick-Seifen pro Stunde bestehen die Qualitätskontrolle. Auf einem langen Transportband kühlen sie aus, bevor sie in Pergamentpapier gewickelt werden. So bleibt der Duft drin und Feuchtigkeit draußen. Zu guter Letzt werden die Seifen in Karton verpackt. Im Hochregallager warten sie darauf, ihre Reise in die Welt anzutreten.
GUT ZU WISSEN
Speick Naturkosmetik GmbH & Co. KG
Benzstraße 9
70771 Leinfelden-Echterdingen
Telefon +49 711 16 13-0
E-Mail info@speick.de
www.speick.de