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"Nemo“ findet alles

Sina Keller steuert den Saugroboter an die Stellen, wo sie sofort Foto: Katrin Schenk sieht: da muss noch was gereinigt werden.

"Nemo“ findet alles

Er putzt, wenn der Bäderbetrieb noch geschlossen hat. Der Saugroboter im Leuze.

Katrin Schenk

Katrin Schenk

Morgens um fünf ist die Welt noch in Ordnung, auch im Leuze. Sina Keller hievt den Saugroboter aus dem Schwimmbecken in der Außenanlage, kurbelt das mindestens 20 Meter lange Kabel hoch. Die Fachangestellte für Bäderbetriebe fragt: "Möchten Sie mal schieben?" Tatsächlich ist die Transportkarre mit dem Reinigungsgerät sehr schwer. Man muss schon wissen, in welchem Winkel die Karre gerollt werden muss, damit der Weg vom 24-Grad-Celsius-Becken Richtung Abstellraum mit den 27 Kilogramm Gewicht zurückgelegt werden kann. Der Saugroboter hat für heute seine Arbeit getan. Mit gerade mal 24 Volt ist er fast autonom in der Nacht über den Beckenboden gefahren und hat Sand, Haare, Haargummis, Pflaster, Blätter aufgesogen - ähnlich wie ein ganz normaler Staubsauger. Und er spürt Dinge auf, über die man überrascht ist. "Wir haben auch schon mal einen Ehering im Becken gefunden", sagt Sina Keller, die an diesem Morgen Frühschicht hat. Ebenso seien Münzen, die auf den Kacheln liegen, nicht selten. "Man wundert sich, was die Leute so alles in ihrer Badekleidung mit sich herumtragen."

Der Saugroboter spürt Sand, Haare, Haargummis, Pflaster und Blätter auf - auch ein Ehering wurde schon mal gefunden.

Der programmierte „Kapitän Nemo“ kennt vier Richtungen und hat den Boden Bahn für Bahn gereinigt. Trotzdem sieht Sina Keller sofort, wo noch etwas auf den Fliesen liegt. Sie nimmt die Fernbedienung und steuert das Gerät so, dass es langsam in den runden Sitzbereich des Mombach-Außenbeckens fährt. Der blau-gelbe „ Proliner“ der Schweizer Marke Mariner 3S stockt ab und zu im Rondell. Durch geschicktes Vor- und Zurückfahren schafft er schließlich aber auch die Ausbuchtungen.

Zu hören ist während des Saugvorgangs eigentlich nur das leichte Plätschern der Quelle. Der Roboter macht kein Geräusch. Nur aus der Badehalle im Inneren vernimmt man ein Piepsen. Nicht irritieren lassen“, sagt Sina Keller. Der Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid muss gewährleistet bleiben. Nicht umsonst werden die Warnschilder mit dem Hinweis „Vorsicht, Kohlensäure!“ nach Abschluss der Badezeit bis zur Öffnung aufgestellt.

Auch wenn der Saugroboter jetzt erst einmal Feierabend hat, muss sein Innenleben noch inspiziert werden. Die Filter müssen gereinigt werden. Zum Abspritzen werden die Kunststoff-Lamellen in Zylinderform am Beckenrand aufgestellt, bevor sie dann - entfernt von Schmutzpartikeln wieder in den Filterkorb eingesetzt werden. „Vielleicht denkt man, dass man nicht täglich reinigen müsste.“ Insgesamt sind zwei größere, zwei kleinere Roboter plus zwei manuelle Handbesen mit Batteriebetrieb in Benutzung. „Aber auch die Besucher würden es sofort sehen, wenn wir das nicht täten, Sand und Schmutz würden sich ansammeln.“ Sina Keller, die früher im Mineralbad Berg gearbeitet hat, erinnert sich, wie mühsam vor einigen Jahren - vor der Renovierung des „Neuners“ - das Befreien der damaligen Betonplatten von Mineralstoffen, sämtlichen Partikeln und Schlamm war. Dank des gefliesten Bodens ist das Reinigen nun auch in der benachbarten Therme einfacher geworden.

Jetzt ist es 6 Uhr, das bedeutet: Badebeginn. Die ersten Badegäste haben schon um 5.15 Uhr am Haupteingang bei der imposanten Otto-Hajek-Skulptur aufs Öffnen der Pforten gewartet. Das Leuze-Team hat sein allabendliches Versprechen „Damit morgen alles wieder für Sie tipp-topp vorbereitet ist“ mit viel Engagement und Fachwissen eingelöst.